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Dive. Tagebuch der Siebziger.

Von Duncan Hannah. Berlin 2020.

12,5 x 20,5 cm, 512 S., 70 s/w-Abb., geb.

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Der New Yorker Maler Duncan Hannah hat die siebziger Jahre über Tagebuch geführt - ein Glücksfall, eine literarische Entdeckung: »Dive« liest sich wie der letzte große Beat-Roman. Kaum volljährig, kommt Duncan Hannah 1971 aus dem verschlafenen Minneapolis nach New York, erfahrungshungrig und immer auf der Suche nach Sex, Alkohol, Drogen, Partys, Rock’n’Roll und was die Kunsthauptstadt der Welt ihm sonst noch zu bieten hat. Bald ist er Teil jener brodelnden Boheme, die heute legendär ist - besucht mit Andy Warhol die Talking Heads, zieht mit Bryan Ferry und David Bowie um die Häuser, dreht mit Debbie Harry Kunstfilme, schäkert mit Lou Reed, philosophiert mit David Hockney. In einem LSD-Rausch hat er den besten Sex nicht etwa mit Patti Smith, sondern mit einem Gartenrasen, und auch sonst lässt er nichts aus - am Ende der Aufzeichnungen, als mit dem Mord an John Lennon im Jahr 1980 eine Ära zu Ende geht, ist der junge Kunststudent selbst zu einem Künstler geworden. Duncan Hannahs Tagebuch ist ein außergewöhnliches Zeitdokument, selten kann man eine Epoche und ein Lebensgefühl derart hautnah und intensiv miterleben. Mit ihm tauchen wir ein in jene rauschhafte, elektrisierende Zeit - und erfahren, warum dieses Jahrzehnt längst zu einem Mythos geworden ist.