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Verdammt und vernichtet. Kulturzerstörungen vom Alten Orient bis zur Gegenwart.

Von Hermann Parzinger. München 2021.

14 x 21,5 cm, 368 S., 47 Abb., geb.

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Fassungslos blickte 2015 die Weltöffentlichkeit nach Palmyra - die antike Ruinenstadt war der Terrororganisation IS in die Hände gefallen. Der uralte Baaltempel, das heilige Zentrum vieler Kulturen, wurde gesprengt. Doch Kulturzerstörung ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Sie zieht sich durch die Jahrtausende. Hermann Parzinger schreitet die Horizonte der Barbarei ab, erzählt die Geschichte vernichteter Kulturschätze und hält ein fulminantes Plädoyer für den Schutz des Menschheitserbes und der künstlerischen Freiheit in unseren Tagen. Bewusste Kulturzerstörungen finden sich in fast allen Epochen vom Altertum bis heute. Von der römischen Zerstörung des Tempels von Jerusalem im Jahr 70 n.Chr. über die Bilderstürme der Reformation und der Französischen Revolution bis hin zu den Verheerungen des europäischen Kolonialismus und dem Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus - die gezielte Verwüstung und Plünderung von traditions- und identitätsstiftenden Kulturgütern waren stets auch Ausdruck eines neuen Deutungs- und Herrschaftsanspruchs. Jenseits machtpolitischer, ideologischer oder religiöser Beweggründe waren Bilderstürme aber auch von handfesten finanziellen Interessen geleitet: Raub und Enteignungen erweisen sich oftmals als systematische Vermögensumverteilungen.